Kleine Keimlinge pikieren, damit sie mehr Platz zum Wachsen bekommen

Landschaftsillustration

Wer Samen dicht in eine Schale sät, hat nach kurzer Zeit oft viel zu viele Keimlinge auf viel zu engem Raum. Pikieren bedeutet, diese jungen Pflänzchen vorsichtig zu vereinzeln und in eigene, grössere Gefässe umzusetzen, damit jede Pflanze genug Platz für ihre Wurzeln und ihr weiteres Wachstum bekommt.

Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist erreicht, sobald die Keimlinge neben den ersten runden Keimblättern auch schon ein oder zwei richtige, arttypische Blätter gebildet haben. Wartet man zu lange, haben sich die Wurzeln der einzelnen Pflänzchen bereits stark miteinander verflochten, was das Trennen ohne Beschädigung deutlich schwieriger macht.

Vorsichtig anfassen, nie an den Blättern ziehen

Beim Herausheben eines Keimlings wird nie am zarten Stängel gezogen, da dieser leicht abknickt. Stattdessen greift man vorsichtig an einem der Keimblätter, während ein kleines Werkzeug wie ein Stäbchen oder Löffel von unten die Wurzeln samt etwas Erde anhebt, sodass der grösste Teil des Wurzelballens unversehrt bleibt.

Im neuen Gefäss wird für jeden Keimling ein kleines Loch vorbereitet, das gerade tief genug ist, um die Wurzeln aufzunehmen, ohne sie zu stauchen. Nach dem Einsetzen drückt man die Erde rundherum leicht an und giesst vorsichtig, damit sich die Erde eng an die Wurzeln legt, ohne die jungen Pflänzchen dabei umzuknicken.

In den ersten Tagen nach dem Pikieren stehen die kleinen Pflanzen häufig etwas schlaff da, weil die Wurzeln beim Umsetzen unweigerlich gestört wurden. Ein heller, aber nicht zu sonniger Platz hilft ihnen, sich schnell zu erholen, und schon nach kurzer Zeit zeigen die pikierten Pflänzchen deutlich kräftigeres Wachstum als jene, die weiterhin dicht gedrängt in der ursprünglichen Schale stehen geblieben wären.

Kleine Etiketten an jedem neuen Topf helfen dabei, den Überblick zu behalten, welche Sorte wo pikiert wurde, besonders wenn mehrere Arten gleichzeitig aus derselben Aussaat stammen. Später, sobald die jungen Pflanzen kräftig genug sind, können sie schrittweise an kühlere Temperaturen und mehr direktes Licht gewöhnt werden, bevor sie ihren endgültigen Platz im Beet oder auf dem Balkon bekommen.